Mix Bus Kompression einstellen

Wie Du Mix Bus Kompression richtig einsetzt

Wie Du Mix Bus Kompression richtig einsetzt

Audio Kompression kannst Du auf diesen 3 Ebenen einsetzen, wie ich schon in meinem Artikel über den Einsatz von Kompressoren auf Einzelspuren beschrieben habe:

1. Auf der Mastersumme
2. Auf verschiedenen anderen Mix Bussen, wie zum Beispiel auf dem Drum-Bus
3. Auf einzelnen Spuren, also zum Beispiel auf der Kick, Snare, Synths, Vocals

In diesem Artikel geht es um die Mix Bus Kompression und wie du sie richtig einsetzt. Mix Busse sind extra angelegte Spuren, auf denen mehrere andere Spuren gebündelt werden, um sie zusammen zu bearbeiten. Paradebeispiel dafür ist ein Drum-Mix Bus. Auch die Master-Spur zählt zu den Mix Bussen, da ja auf ihr alle anderen Spuren zusammenlaufen.

Auf diese Mix-Busse kannst du nun Kompressoren einsetzen. Diese können dort folgenden Aufgaben erfüllen:

– Glue
– Kontrolle geben
– Spannung erzeugen
– Hüllkurven bearbeiten
– Lautheit erzeugen

Dabei Interessieren uns beim Mix-Down vor allem „Glue“ und „Kontrolle“.

Die anderen Ziele solltest Du eher innerhalb deines Mixes erreichen, zum Beispiel wenn es deinem Mix an Spannung fehlt. Auch wenn Du mit dem „Shape“, also den Hüllkurven der einzelnen Sounds, noch nicht zufrieden bist, bearbeitest du diese besser nochmals einzeln.
Für Lautheit ist es sowieso noch nicht der richtige Zeitpunkt. Dies ist einer der Aufgaben deines Mastering-Engineers.

Glue und Kontrolle

Mix-Bus Kompression kann dir helfen, die einzelnen Tracks mit einer Extra Schicht „Glue“ zu überziehen. Die gemeinsame Kompression kann die einzelnen Tracks also zusammenkleben und somit mehr miteinander harmonieren lassen. So als währen sie in der selben Umgebung aufgenommen und würden die selbe Luft atmen.

Ausserdem kann ein Mix Bus Kompressor die Klang-Charakteristika der auf dem Mix Bus zusammenführten Sounds verändern und so zu mehr Kontrolle führen. So können die Drums zum Beispiel ganzheitlich punchier und präziser werden (schau dazu einmal dieses Youtube-Tutorial mit Hannes Bieger an).

Die Königsdisziplin ist der Kompressor Einsatz auf dem Master Bus. Dabei gibt es zwei völlig voneinander verschiedene Herangehensweisen:

1. Der Kompressor wird am Ende des Mixdowns eingesetzt
2. Der Kompressor wird von Anfang an eingesetzt

Von der ersten Variante rate ich dir ausdrücklich ab. Warum? Nun, der am Ende draufgesetzte Kompressor kann die klangliche Balance, die du Dir während des Mixdowns hart erarbeitet hast, komplett über den Haufen werfen. Dies ist sicherlich nicht sehr zielführend. Viel besser ist es, diesen Schritt dem Mastering-Engineer deines Vertrauens zu überlassen. Kompression auf dieser Ebene ist eines der Dinge, die er täglich macht und somit weiss er auch genau, wie und ob er diese einsetzt. Wenn Du diesen Schritt einfach auslässt, können Du und dein Mix also nur davon profitieren.

Die zweite Variante hingegen ist hingegen für den Mixdown sehr spannend. Du setzt dabei den Kompressor direkt von Anfang an auf die Master-Spur und mischt dabei sozusagen durch den Kompressor. Somit wird dieser zu einem essentiellen Teil deines Mixes und kann seine volle Magie walten lassen. Der Kompressor reagiert auf dein Mixing und Du wiederum auf das Verhalten des Kompressors. Es kommt also zu einer fruchtvollen Wechselbeziehung. Diese Art der Master Bus Kompression kann vom Master Engineer so nicht umgesetzt werden, da sie an den Mix-Down Prozess gebunden ist.
Dabei kannst du beim Einstellen des Kompressors auf diese Punkte achten und folgendermassen vorgehen:

  1.  Beginne mit einer langsamen Attack (etwa 50 bis 100ms)
  2. Beginne mit einer schnellen Release (etwa 0,2 bis 1,0 ms)
  3.  Wähle eine Ration von 1.5 : 1 bis 1 : 4 . Da Du den Kompressor von Anfang an benutzt, kannst Du auch diese höheren Rations benutzen. Niedrige Ratios werden deinen Mix dynamischer, höhere Ratios kontrollierter und aggressiver klingen lassen.
  4. Setze den Treshold so, dass du etwa 1 bis 4 dB komprimierst

Dies sind die Grundeinstellungen. Du kannst die Attack und die Release Zeiten nun etwas anpassen.

  •  Verkürze die Attack Zeit so lange, bis Du die Durchsetzungskraft bei den prominentesten Instrumenten (im Techno meistens Kick, Snare und Hi Hats) verlierst. Verlängere die Attack Zeit wieder etwas. Somit hast du die kürzeste Attack Zeit gefunden und kannst dich zwischen dieser und den längeren Zeiten bewegen.
    Mit einer schnelleren Attack-Zeit wirst Du mehr Transienten komprimieren und einen Sound erreichen, der als „more processed“ beschrieben werden kann.
  • Die Release Zeit kannst du so lange verlängern, bis sich der Kompressor zwischen den prominenten Instrumenten noch vollständig „erholen“ kann. Dazu kannst du auch einen Blick auf das GR-Meter werfen. Dies ist die längste Release Zeit, die du einstellen solltest. Sonst werden die Transienten des nächsten Schlags (zB der Nächste Kick) verschluckt.
    Wenn du einen etwas smootheren und Kontrolliert erzielen möchtest, kannst Du die längere Release Zeit wählen. Für mehr Aggression und Punch wähle eine kürzere Release-Zeit. Auch die Auto-Release, die einige Kompressoren bieten, kann sehr spannend sein. Dabei regelt der Kompressor die Release Zeit von selbst, je nach Eigangs-Signal.

Je nachdem, wie du die Attack und Release Zeit einstellst, wird der Kompressor mehr oder weniger komprimieren. Dies kannst du mit dem Treshold Regler ausgleichen.

Besonders bei kurzen Release Zeiten fängt der Kompressor schnell an zu „pumpen“, vor allem wenn Tief-Frequente Elemente wie eine Kick-Drum den Mix dominieren (könnte beim Techno schon mal der Fall sein 😉 ). Um dies zu vermeiden, gibt es bei einigen Kompressoren einen Side-Chain Filter. Durch dieses Filter reagiert der Kompressor weniger stark auf Tieffrequentes Material. Dieser Low Cut Filter wirkt dabei nur im Regel-Pfad des Kompressors, dein Mix verliert dadurch also nicht an Bässen. Nun weisst Du, wie Du Mix Bus Kompression richtig einsetzt.

Welchen Kompressor soll ich für die Mix Bus Kompression verwenden?

Je nach verwendetem Kompressor gibt es natürlich andere klangliche Ergebnisse. Die verschiedenen Kompressor Arten und ihre Vorzüge werde ich in meinem nächsten Blog-Post erläutern.
Ich persönlich benutze momentan einen Clon des Klassiker unter den Mix Bus Kompressoren: Einen SSL G Kompressor.

Wie Du Mix Bus Kompression richtig einsetzt

SSL Clon : Roll Music Super Stereo Compressor

 

Wusstest Du schon wie Du Mix Bus Kompression richtig einsetzt? Hast du eine andere Meinung? Dann Teile deine Erfahrung doch mit uns in den Kommentaren.

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