Datensicherung für Musiker

Datensicherung: Die beste Strategie für Musiker, Produzenten und Studio Nerds

Datensicherung: Die beste Strategie für Produzenten und Studio Nerds

 

Es ist zum verrückt werden. Wenn alle deine Daten futsch sind, dann fühlt sich das schon so an, als währe ein Teil von Dir gestorben. Deswegen ist eine Datensicherung einfach unverzichtbar. Vor allem wenn Du auf deinem Computer oder Laptop kreative Arbeiten verwaltest, denn diese kannst du ja bei Verlust nicht einfach im nächsten Laden neu kaufen.

Doch selbst, wenn Dir schon einmal eine Festplatte abgeraucht ist, schleicht sich schnell wieder die Faulheit ein und Du sicherst Deine Daten nur noch ab und zu.

Kommt Dir das bekannt vor? Dann brauchst du eine automatisierte Lösung für die Datensicherung, die Dich auch gegen Diebstahl, Wassereinbruch und weitere Katastrophen absichert.

 

Santiago Miguel hat sich ein ausgeklügeltes System ausgedacht, dass er Dir in diesem Gastbeitrag vorstellt. Nun hat er das Wort, los gehts.

Folgende Bedingungen waren mir wichtig und mussten in meiner Datensicherung Strategie umbedingt umgesetzt werden:

– alle Files sollten mehrfach gesichert werden
– die Backups sollten in Bezug auf den Standort geografisch mehrfach verfügbar sein (nicht nur in der Wohnung, sondern auch international, für den fall dass die Gegend in der ich gerade bin zu Großteilen einer Katastrophe erliegt)
– Selbst bei Ausfall einer Festplatte möchte ich fast ohne Unterbruch weiter Arbeiten können. Es darf also absolut keinen Datenverlust geben
– die Backup Lösung muss automatisiert (ohne erforderlich Handlung meinerseits) funktionieren, weil auch ich wie jeder andere Mensch vergesslich und ab und zu einfach nur faul bin.

 

Datensicherung für Musiker

 

Die Backup Strategie

 

Aufgrund dieser Bedingungen habe ich mein System wie folgt aufgebaut. Die Festplattengrösse ist natürlich je nach Bedarf variabel.

1. Eine 2 TB SSD, welche ich in 2 partitionen a je 1TB aufgeteilt habe. Partition 1 ist die Systempartition, Partition 2 demnach die Datenpartition.
Auf der Systempartition sind alle Programme, Plugins, Treiber usw.
Auf der Datenpartition sind alle meine Daten (Tracks, meine Libraries, Libraries von herstellern, Samples etc.)
2.  Zunächst sichere ich meine Daten per Dropbox. Dazu benutze ich einen Pro-Account mit 1TB Speicherplatz.
Da der Dropbox-Client die Eigenschaft hat nur Files zu synchronisieren, die innerhalb des Dropbox-Ordners sind, nutze ich Zusätzlich das Freeware Tool MacDropAny. Damit kannst Du frei wählen, welche Ordner synchronisiert werden sollen, ohne sie in den Dropbox Client Ordner verschieben zu müssen. So musst du Deine vorhandene Ordnerstruktur -oder „chaos“ 😉 – nicht ändern. Es arbeitet übrigens auch mit google drive, icloud etc.
Damit synchronisiere ich eigentlich alles, was auf der Datenpartition ist. Somit habe ich ein realtime backup, das jegliche Änderung erkennt und gleich online sichert.

Warum das ganze ? Ich höre öfters, dass es zum Beispiel in Berlin zur Mode geworden ist Studios auszuräumen (pfui schämt euch). Da dropbox Rechenzentren auf allen Kontinenten dieses Planeten verteilt sind (die arbeiten mit dem Angebot von amazon web services), ist auch dieser Fall gedeckt.

Ausserdem bin ich dann auch auf der sicheren Seite, falls mein Studio unter Wasser gesetzt oder abgefackelt wird – beziehungsweise die ganze Stadt/Land/der ganze Kontinent. Alles abgedeckt. Wenn der ganze Planet abfackelt, naja dann haben wir wohl andere sorgen (deshalb think green cause it matters).
Klar wenn einem das studio ausgeräumt wird fehlt vieles, aber oft kann man dies wieder kaufen, Deine Ideen oder kreativen Momente kannst DU jedoch nirgends kaufen – die sind dann unwiderruflich weg !

 

Datensicherung für Musiker

Immer noch DER Cloud-Dienst Nummer 1: Dropbox

 

3. Zusätzlich habe ich zuhause einen Wifirouter stehen, an dem eine externe Harddisk mit angeschlossen ist und auf dem ein Time Machine Serverdienst läuft. Das heisst immer wenn ich zuhause bin, wird stündlich eine inkrementelle Time Machine Datensicherung von der aktuell laufenden SSD (in der Regel SSD 1) auf diese Harddisk geschrieben. Inkrementell bedeutet, dass beim ersten Backup alle Daten gesichert werden, bei den folgenden Backups aber nur noch die Unterschiede. Also gehen diese Sicherungen sehr schnell.

Wieso das ganze ? Zum Beispiel für den Fall, dass mein Computer/Latop gestohlen wird oder für der seltenen Fall dass beide SSD’s zur selben Zeit aussteigen (hatte ich persönlich noch nie, aber man will ja vorbereitet sein).

Ja man könnte dann auch alles runtersynchronisieren von der dropbox, doch das dauert je nach Internet-Leitung und je nach Menge der Daten halt dann doch einige Tage/Wochen, deshalb dieser zusätzliche Schritt. Zudem wird die Systempartition ja nicht auf die dropbox synchronisiert und somit hat man durch deren Sicherung auch dass abgedeckt (eine system installation mit aller software und zusätzlichem anpassen und allem dauert auch sehr lange und meist vergisst man immer wieder Programme /Einstellungen/eigene presets die man vorher hatte und und und)

 

4. An bzw. in meinem Computer/Laptop ist eine zweite 2 TB SSD angeschlossen, worauf die erste gespiegelt wird. Dies erledigt der carbon copy cloner , der voll automatisch läuft.
Dieser arbeitet wenn ich schlafe, und zwar täglich. Nachdem das erste mal der Clo(w)n ausgeführt wurde , arbeitet er inkrementell.

Warum das ganze ? Die erste SSD könnte ja aussteigen. In einem solchen Fall muss ich nur den Rechner neu starten und die zweite SSD als Boot- Quelle anwählen und kann sofort am selben Punkt weiter arbeiten, an dem ich vor der Crash war. Aber das könnte ich ja auch dank des Time Machine Backups und der Realtime-Dropbox?

Nein. Denn für beide Fälle muss ich erst mal eine neue SSD organisieren und dann das Backup darauf überspielen. Wenn ich also darauf angewiesen bin, im Falle eines Crashs möglichst schnell weiterarbeiten zu können, ist eine Spieglung unumgänglich.

 

Fazit

 

So, dass ist meine Art mich gegen Festplatten Mieseren jeglicher Art abzusichern. Alle Tools, die ich hier empfehle nutze ich selber und sie funktionieren zu meiner vollsten Zufriedenheit. Ich habe mehrere cloud Lösungen getestet die aber nicht die gewünschte Performence oder Funktionsweise offenbarten (clients erkannten Aenderungen nicht in realtime, waren instabil etc.) Auch die Preisfrage spielte eine rolle, deshalb benutze ich zum Beispiel keine icloud.
Bei Fragen stehe ich gerne zur verfügung, kann aber nicht immer sofort antworten daher bitte ich um Geduld, denn gut Ding will weile haben :D.

Ach ja und wie gesagt: Dies ist meine Methode zur Datensicherung und ich zwinge sie niemandem auf, fragen aus Interesse beantworte ich, aber ich lasse mich nicht auf Sicherheits-Diskussionen betreffend externer cloud Lösung oder ähnliches ein, für mich funktionierts.
viel spass beim lesen und ausprobieren …….. à plus tard
Santi

 
Santiago Miguel ist neben seiner Passion als Musiker auch noch Informatiker. Als solcher Hilft er Dir gerne persönlich bei Themen wie Deiner Datensicherung.

 

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